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Hausandacht für den 05.07.2020

Auch in dieser Woche gilt wieder die Einladung zur Hausandacht am Sonntag und zu den verschiedenen medialen und digitalen Angeboten, in denen Kirche lebendig ist und bleibt.

Wenn Sie etwas auf dem Herzen haben, dann melden Sie sich gerne bei uns Pfarrer:innen. Wir sind auch in dieser Zeit für Sie da, ansprechbar per Telefon oder Mail.

Bleiben Sie gesegnet und behütet – und vor allem bleiben Sie gesund!

Bei Anruf Andacht

Die „Andacht zum Anrufen“ ist zu hören unter 06220/9139602. Eine neue Andacht hören Sie immer sonntags und mittwochs. Rufen Sie doch einfach mal an! (Es kann sein, dass belegt ist, dann einfach später nochmal probieren.)

Digitale und mediale Angebote:

Gottesdienste

  • Gottesdienste aus Gemeinden der badischen Landeskirche: www.youtube.de/ekibatv
  • ZDF-Fernsehgottesdienst, jeden Sonntag um 09:30 Uhr
  • Kindergottesdienst: youtube-Kanal „begeisterte Hannah“

Sammlung von Online-Angeboten:

  • www.ekiba.de/kirchebegleitet
  • www.kirchevonzuhause.de

5. Juli – 4. Sonntag nach Trinitatis

Der Wochenspruch aus dem 6. Kapitel des Galterbriefes:

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

 

 

Hausandacht – Sonntags um 10.00 Uhr, wenn die Glocken läuten….

Ein Vorschlag für alle, um mit uns Gemeinschaft zu leben.

Vorbereitung Richten Sie sich eine kleine Andachtsecke ein: Eine Kerze, ein Kreuz, eine Bibel, ein Gesangbuch, die Losungen, ein schönes Symbol, das Ihnen wichtig ist, ein Bild, ein Engel, ein besonderer Stein, ein schönes Tuch.

Beginn

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Meine Hilfe steht beim Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gebet

Barmherziger Gott, du siehst uns an voller Liebe.

Deshalb können wir zu die kommen, so wie wir sind. Mit Schwächen und Fehlern, mit dem, das uns gelingt, und mit allem, an dem wir scheitern.

Du siehst uns an voller Liebe. Lass uns erkennen, dass du uns annimmst, wie wir sind.

Du siehst uns an voller Liebe. Und in diesem Blick können wir erkennen, wo wir selbst nicht genug geliebt haben, wo wir lieber Fehler aufrechnen als zu verzeihen, wo wir nicht aus deiner Liebe gelebt haben.

Du siehst uns an voller Liebe. Lass auch unser Sehen auf die Welt von deiner Liebe erfüllt sein.

Amen.

Lied „Die güldene Sonne“ (EG 449, 1-2+4)

Wenn sie gerne singen: Singen sie! Denken Sie daran, während Sie hier sitzen, tun es andere in ihrer Wohnung ebenso.

Wort Gottes

Lesen Sie Römerbrief Kapitel 12, die Verse 9-21 in ihrer Bibel oder online.

Gedanken

Dürfte ich diesem Sonntag einen Namen geben, um sein Thema deutlich zu machen, dann käme ich mit zwei Worten aus: Und nun?

Der vergangene Sonntag erzählt in vielen verschiedenen Farben von Gott, die gnädig und barmherzig ist: der Vater des verlorenen Sohnes. Gott, die Schuld zertritt und Sünde im Meer versenkt. Liebevolle Vergebung, die befreit.

Was aber fange ich diesem Wissen an? Ändert sich etwas in meinem Leben, in meinem Umgang mit der Welt, mit den Menschen? Oder kurz gefasst: Und nun?

Paulus schreibt in seinem Brief an die Römerinnen und Römer davon, wie die Liebe das Zusammenleben prägen soll. Einander aufrichtig lieben, sich gegenseitig wertschätzen, begeistert bleiben. Die Freude der guten Botschaft andere spüren lassen, hilfsbereit sein. Mit den Fröhlichen lachen und mit den Traurigen weinen, empathisch bleiben, Gutes tun.

Was Paulus da geschrieben hat, scheint klar und deutlich. Ob er sich je gedacht hat, wie viel über so einfache Sätze gestritten werden würde? Wie oft versucht würde, dem Liebesgebot die eine oder andere Einschränkung hintenanzustellen – „aber das gilt doch bestimmt nicht für…“

Ein Meme hat in letzter Zeit diesen Versuchen immer wieder einen Spiegel vorgehalten: Da sitzt Jesus mit erhobener Hand lehrend im Kreis seiner Jünger und Jüngerinnen. Ein Bild des dänischen Malers Carl Bloch von 1877, das die Bergpredigt darstellt.

Bloch-SermonOnTheMount-meme

Und Jesus lehrt seine Jünger: „Liebe deinen Nächsten!“ Und die Zuhörenden fragen nach: „Ja aber gilt das auch für Immigranten? Schwule?“ Worauf Jesus antwortet: „Spreche ich irgendwie undeutlich?“

Jesus und Paulus setzen klare ethische Akzente: Liebe üben. Selbst Feinde menschlich behandeln. Alles zu tun, was in meiner Macht steht, um mit anderen in Frieden zu leben.

Das heißt natürlich auch: ich werde ab und an auf meine Rechte und Privilegien verzichten müssen. Mich selbst zurücknehmen, damit die oder der andere sich entfalten kann. Und das ohne den Hintergedanken: wenn ich das tue, dann muss mein Gegenüber das auch tun!

Und nun? Was bedeutet das konkret? Für mich, für uns, für jede und jeden? Das zu entdecken ist eine Aufgabe, die sich immer wieder stellt. Wo geht mein Zorn mit mir durch, wo sage ich unbedachte Worte, die andere verletzen und kränken. Wo handle ich so, dass ich es als verletzend empfände, wenn jemand das mir antut?

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“, schreibt Paulus ganz am Ende dieses Abschnittes. Und er meint damit nicht etwa etwas Böses, das andere in sich haben oder gar ein abstraktes „Böses in der Welt“. Paulus meint das, was in uns steckt, und uns Dinge tun lässt, die wir bereuen, die uns leid tun, die wir gerne ungeschehen machen würden.

Überwinde das in dir, das nicht nach Liebe aussieht. Und gib dem Raum, was Gott dir an Vergebung und Liebe schenkt – auch wenn du immer wieder neu bei dir selbst anfangen musst. Denn seine Liebe hört nicht auf.

Lied „Selig seid ihr“ (EG 667)

Fürbitten

Guter Gott, geschwisterlich, friedlich, versöhnt – so sollte unsere Welt doch sein. Das traust du uns zu, und das mutest du uns zu.

Und du siehst, wie wir und bemühen, aber du siehst auch, wenn wir scheitern. Bleibe du bei uns, im Bemühen und im Scheitern. Bleibe du geduldig bei uns.

Wir bitten dich für alle, denen Ungerechtigkeit und Gewalt angetan wird. Sei du bei allen, die sich nach Versöhnung sehnen und gib ihnen Mut für die richtigen Schritte.

Sei mit unseren Gemeinden und unserer Kirche, damit wir erkennen, wo wir andere ausgrenzen, und öffne du unsere Arme und Herzen.

Vater Unser (Gesangbuch Nr. 806)

Segen

„So segne uns der dreieinige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist.“

(Hier bitte ich Sie wirklich „uns“ zu sagen. Auch wenn Sie allein zu Hause sitzen. Sie sind nicht allein.)

(Pfr. Steffen Banhardt, Heiligkreuzsteinach)