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Wie geht es mit unserem Gemeindehaus weiter…?!

Informationen zum Liegenschaftsprojekt


Allgemeines:
Landauf, landab sind die evangelischen Kirchengemeinden in heller Aufregung. Immer wieder ist in den Zeitungen zu lesen, dass Gemeindehäuser „vor dem Aus“ stehen, dass neue „flächenoptimierte“ Gemeindehäuser geplant und finanziert werden müssen, dass Gemeinden kooperieren sollen oder Menschen einfach nur ratlos auf die Zukunft „ihrer“ Gemeinde blicken. Grund für die Aufregung ist das sogenannte Liegenschaftsprojekt unserer Landeskirche. Im Rahmen dieses Projektes wurden seit 2015 die Daten aller kirchlicher Gebäude erfasst, sowohl was ihre Größe, als auch ihren Zustand und Auslastung angeht. Besonders im Blick sind dabei die Gemeindehäuser.
Doch: Was soll das Ganze?
Die Landeskirche schreibt dazu: „Als Kirche sind wir gut beraten, ein waches Auge auf unsere Verpflichtungen und Belastungen zu richten. Viele Gemeinde leiden schon heute unter der finanziellen Daumenschraube, die sich aus der Verantwortung für die Gebäude ergibt. Für viele der etwa 3000 kirchlichen Gebäude in Baden fehlt seit Jahren das Geld, um Dächer zu erneuern, die Heizung wieder fit zu machen, oder eine dringend erforderliche energetische Sanierung anzustoßen. Der Blick auf die zukünftige Finanzentwicklung (demographischer Wandel, erwartete Rückgang an Kirchensteuern) macht es überdeutlich: Wir müssen jetzt reagieren und überprüfen, welche Gebäude wir uns noch leisten können. Wir brauchen einen nutzbringenden, ressourcenschonenden und nachhaltig finanzierbaren Gebäudebestand.“
Deshalb hat unsere Landeskirche das Liegenschaftsprojekt initiiert. Diesem Projekt geht es ganz grundsätzlich darum, kirchliches Leben für die kommenden Generationen am Ort zu erhalten. Es verfolgt dazu mehrere Ziele. Erstens: Die finanzielle Belastung der Gemeinden durch zu große und teilweise veraltete Gebäude soll reduziert werden, damit mehr Geld für andere Aufgaben zur Verfügung steht. Zweitens: Räume sollen ansprechend sein und den Glauben und die Gemeinschaft von Menschen stärken. Drittens: Jedes Gemeindeglied soll aktiv am Gemeindeleben vor Ort teilhaben können.


Wilhelmsfeld:
Was in der Theorie recht nüchtern klingt, hat jedoch tiefgreifende Auswirkungen auf die kirchlichen Gebäude am Ort. Auch unser Wilhelmsfelder Gemeindehaus ist davon betroffen. Nach einer von der Landeskirche allgemein festgesetzten Formel wurde die uns (aufgrund unserer Gemeindegliederzahl) zustehende Gemeindehausfläche errechnet. Daraus hat sich ergeben, dass unser Gemeindehaus eine Überfläche von knapp 30 % aufweist. Diese Fläche müssen wir reduzieren, sonst stehen wir bei der nächsten anstehenden (schon kleinen) Sanierung vor dem finanziellen Ruin. Die Kirchensteuerzuweisungen für die Bewirtschaftung des Gemeindehauses, sowie die Zuschüsse zu den Sanierungen bemessen sich nämlich ab sofort an der uns zustehenden, nicht an der vorhandenen Fläche. Weil der Sanierungsrückstau unseres Gemeindehauses enorm ist (vom energetischen Zustand ganz zu schweigen), hat der Bezirkskirchenrat unmissverständlich klar gemacht, dass wir Wilhelmsfelder zeitnah eine Lösung finden müssen. 30 % unserer Fläche „abzuschneiden“ ist ja leider nicht möglich.
Wie es weiter geht:
Seit November sucht der Kirchengemeinderat nach guten Lösungen. Dabei sind wir uns einig: wir wollen einen Gemeindesaal mit Küche für unsere Kirchengemeinde erhalten. Unsere Chöre, Gruppen und Kreise sollen einen Raum und einen Ort haben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das heutige Gemeindehaus bestehen bleibt. Weil wir es aus eigener Kraft nicht schaffen, ein neues flächenoptimiertes Gemeindehaus zu bauen, suchen wir nun intensiv nach Kooperationsmöglichkeiten für ein solches Projekt. Erste vielversprechende Gespräche dazu sind bereits geführt. Alternativ könnten wir bei der Kirchensanierung einen Gemeinderaum in die Kirche integrieren, was in anderen Gemeinden in sehr ansprechender Weise gelungen ist. Beide Ideen werden vom Bezirkskirchenrat unterstützt.
Sehr überrascht hat uns, wieviel gute und positive Energie das Nachdenken bisher freigesetzt hat. Bei der Gemeindeversammlung nach Ostern und einer Ideenwerkstatt Anfang Mai, zu der der KGR Vertreter der Gemeinde eingeladen hatte, wurde deutlich: Die Wilhelmsfelder Evangelischen blicken optimistisch in die Zukunft und verbinden mit dem Liegenschaftsprojekt vor allem einen Aufbruch im Gemeindeleben.
Für all unser Planen und Denken ist die wesentliche Frage: was für ein Gebäude wollen wir der nächsten Generation übergeben, damit auch sie kraftvolle Gotteserfahrungen machen kann und Mut zum Glauben bekommt? Unsere Gebäude sollen keine Last sein, sondern Lust machen, darin Glauben und Gemeinschaft zu leben. Das war in Wilhelmsfeld schon immer so, und diese wertvollen Erfahrungen wollen wir der nächsten Generation ermöglichen, indem wir nun verantwortungsvoll planen und entscheiden. Damit wir das können, bitten wir Sie um ihr Vertrauen.
Die nächsten Monate werden zeigen, wie es weitergeht. Über den Stand der Pläne werden wir die Gemeinde in regelmäßigen Versammlungen informieren.
Pfrin. Dr. Dangel, Vorsitzende des KGR