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Familienkirche an Erntedank – ein voller Erfolg!

DSC00809Erntedankfest 2019

Mehr als 150 Erwachsene und über 40 Kinder sind zum ökumenischen Erntedankfest in die katholische Kirche gekommen, um in einem Familiengottesdienst für all das zu danken, was sie im vergangenen Jahr von Gott empfangen haben. „Was uns reich macht“, so lautete das etwas ungewöhnliche Thema, das dem Erntedankgottesdienst mit seiner hellen Strahlkraft zugrunde lag.
Dank der großzügigen und reichlichen Erntegaben, die die Konfis mit viel Eifer im Dorf gesammelt haben, entstand ein herrlicher Gabenaltar, der große und kleine Menschen mit allen Sinnen erfahren ließ: es ist nicht selbstverständlich, dass wir genügend zum Leben haben, wir sind reich beschenkt! Gerade in Zeiten, in denen wir (fast) alles kaufen können ist es gut, sich vor Augen zu führen: es ist nicht selbstverständlich, dass wir im Leben Gutes empfangen. Es gibt Zeiten, in denen Menschen das erfahren müssen. „Was uns reich macht“ sind manchmal nicht die Dinge, die wir mit Geld kaufen können, sondern ein freundlicher Blick, ein gutes Verhältnis zur Familie, Gesundheit oder Versöhnung. Dinge, die wir geschenkt bekommen - von anderen Menschen und von Gott. Wir Menschen haben das ebenso nötig, wie das tägliche Brot. Deshalb ist es gut, am Erntedankfest für all das zu danken, was unser Leben reich macht.
Nach dem gemeinsamen Beginn, gingen die Kinder in ihre kunterbunte Kinderkirche, um sich altersgerecht dem Thema Reichtum und Dankbarkeit zu nähern. Weil es so unerwartet viele Kinder waren, wurde die Zeit schon etwas knapp, um wunderbare Stofftaschen mit Dingen zu bedrucken, für die vor allem die Kinder dankbar sind. Mit Trauben und Nüssen, Kartoffeln und Äpfeln, mit ausreichend Essen und Trinken, lieben Familien und tollen Freunden fühlen sich Kinder in Wilhelmsfeld reich beschenkt, das haben uns Magda, Johanna, Agnes, Miranda und Lilli im Gottesdienst eindrücklich vor Augen geführt. Das Kinderkirchenteam ist wieder über sich hinausgewachsen, die Kinder waren sehr begeistert! Die Erwachsenen durften sich in der von Pfarrer Gaiser gehaltenen Predigt zusprechen lassen, dass das Leben in jedem Augenblick, in den hellen und den dunklen Stunden, gehalten ist vom Schöpfer, der das Wachsen und Gedeihen will und fördert. Gerade wenn „unsere Scheunen voll sind“, ist es lebenswichtig, das nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen. Wer an Gott glaubt, der richtet seinen Dank für diesen Reichtum an ihn. Doch auch wer nicht an Gott glaubt, kann sich anlässlich des Erntedankfests in Erinnerung rufen, wie abhängig wir im Leben davon sind, dass wir mit den Früchten der Natur und Liebe beschenkt werden. „Unsere Scheunen“ werden nicht durch uns „reich gefüllt“, sondern durch das, was uns geschenkt wird. Dankbarkeit bedeutet somit mehr: nämlich ein seltenes und tiefes Glück, das nicht käuflich ist und aus dem Empfinden herkommt, dass jemand meine Hoffnung und meinen Mangel mit einen Geschenk beantwortet. Und zwar aus Liebe heraus. Deshalb konnten die Gottesdienstbesucher im Anschluss an die Predigt zum Dankaltar all das bringen, was sie „als persönliche Ernte“ im letzten Jahr eingefahren haben, einen ganz persönlichen Dank, geschrieben auf ein kleines Zettelchen. Es ist nicht ganz leicht, das Erntedankfest als Lebensdank zu feiern und begreifen. Aber man kann sich diese Zusage schenken lassen, so wie die Früchte der Ernte. Der Bogen zur Dankbarkeit für die Ernte, das gute und sichere Leben, das wir in unserem Alltag führen, wurde musikalisch gestaltet von Jun Won Lee und Susanne Wuwer-Belz, sowie dem Posaunenchor. Am Ende zogen die über 40 Kinder fröhlich, ausgelassen und dankbar mit selbstgestalteten Taschen in die Kirche ein und brachten die ganze Gemeinde dazu, ins Schöpferlob einzustimmen: Halleluja, preiset den Herrn!

Nach dem Gottesdienst fanden sich zahlreiche Gäste im Gemeindehaus ein, um sich beim Mittagessen Gesellschaft zu leisten und bei Kaffee und Kuchen vom reichlich ausgestatteten Kuchenbuffet zu stärken. Katholische und Evangelische, Alte und Junge, Neuzugezogenen und Alteingesessene verbrachten einige Stunden in fröhlicher Runde. Auch diese Gemeinschaft ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk, für das wir dankbar sein dürfen!

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Helferinnen und Helfer, sowie die großzügigen Spender ohne die ein solches Fest nicht möglich gewesen wäre. Besonders möchten wir dem Restaurant Talblick für die Eintopfspende danken! Außerdem konnten etwa 750 € an die Hilfswerke Miserior und Brot für die Welt überwiesen werden. Auch darüber freuen wir uns sehr.
Ihre Pfarrerin Dr. Silke Dangel